Waldtherapie „Shinrin-yoku“ – Gesundheit aus der Wildnis durch Waldbaden

Dass Bäume miteinander kommunizieren, wissen wir spätestens seit Peter Wohllebens Bestseller „Das geheime Leben der Bäume“. Dieses Kommunizieren geschieht durch die Wurzeln und das komplexe Pilzgeflecht, das die Bäume über Quadratkilometer hinweg miteinander verbindet, aber auch über Duftstoffe an den Blättern und elektrische Signale. Durch Ethylen als Warngas kann z.B. ein befallener Baum die anderen Bäume über Fressfeinde informieren. Besondere Duftstoffe dienen als Lockmittel für andere Insekten, die die Bäume von Fressfeinden befreien können. So werden Botschaften über die Blätter und Wurzeln versendet, die einen Wald gesund halten. Voraussetzung ist, dass der Wald nicht aus einer Monokultur besteht, sondern Wildheit zugelassen wird. 

Die geheime und heilende Sprache der Bäume, die Ursprünglichkeit und Wildheit dieser komplexen Lebensräume, wirken sich auf das Immunsystem des Menschen positiv aus. An der Universität in Wien wurde im Rahmen des Masterstudiengangs green care ausführlich erforscht, wie sich die Stoffe (insbesondere verschiedene Terpene), die von den Bäumen abgegeben werden, auf unsere Gesundheit auswirken. Lange schon ist in zahlreichen Studien belegt, dass sich Naturkontakt positiv auf das Immunsystem auswirkt, indem er zur Stressreduktion beiträgt und die Selbstheilungskräfte aktiviert. Clemens G. Arvay erklärt in seinen Büchern „Der Biophilia-Effekt“ und „Der Heilungscode der Natur“ ausführlich, wie wir die verborgenen Kräfte des Waldes für uns entdecken können.

Diese Erkenntnisse sind denjenigen, die sich tagtäglich in der Natur aufhalten, natürlich nicht neu. Was nun wissenschaftlich belegt wurde, spüren und erleben Menschen schon seit Jahrhunderten. Die japanische Tradition des „Shinrin-yoku“ kann als „Einatmen der Waldatmosphäre“ oder Waldbaden übersetzt werden und wird bereits seit 1982 vom staatlichen Gesundheitswesen in Japan gefördert und durch Studien an Kliniken und Universitäten begleitet. Die „Waldmedizin“ ist inzwischen ein eigener wissenschaftlicher Forschungszweig. 

Nicht nur im therapeutischen Bereich, sondern auch in der Pädagogik, lässt sich das gesundheitsfördernde Potential des Waldes nutzen. Gerald Hüther und Herbert Renz-Polster haben die Natur als Entwicklungsraum für das kindliche Lernen, Fühlen und Denken in ihrem Buch „Wie Kinder heute wachsen“ anschaulich dargestellt.

 

Unser Seminar Waldtherapie - Shinrin yoku (Waldbaden)

Weiterbildung für Menschen aus dem therapeutischen oder pädagogischen Bereich, die die Heilkräfte des Waldes in ihrer Arbeit nutzen möchten.

Folgende Inhalte werden in dem Seminar vermittelt:

Theorie:

  • Grundlagen des Shinri-yoku / Waldbadens
  • Theoretisches Wissen über die Heilkräfte des Waldes
  • Die Wirkung des Waldes auf die physischen und psychischen Gesundheitsressourcen des Menschen

Praxis:

  • Du probierst das Waldbaden selbst aus und tauschst Dich über das Erlebte mit den anderen Teilnehmenden aus
  • Du erfährst, wie Du das Waldbaden in die tägliche Arbeit als TherapeutIn oder PädagogIn integrieren kannst
  • Anhand von vielen praktischen Einheiten und Übungen, bekommst Du umfangreiche Anregungen und einen „Methodenkoffer“ an die Hand, um das Waldbaden selbst anleiten zu können.

Wir werden also viel Zeit im Wald verbringen!

Termine 2018

19.-21.06.2018

Referent: Christoph Diefenbach
Seminarort: Schwarzpappelhof in Rott / Westerwald

Seminarzeiten:

Beginn: Di., 10 Uhr
Ende: Do., 18 Uhr

Seminargebühr: 245 Euro
Ü/VP (inkl. Seminarraummiete): 153 Euro

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